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Beim Hauten der Zwiebel

beim hauten der zwiebel

Die Gründung der Republik

Österreich zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg

Das Jahr 1918 war das Ende des alten Österreichs, der mehr als 600 Jahre dauernden Herrschaft der Habsburger, und der Anfang des neuen Österreichs, der Republik.

Die Habsburgermonarchie zerfällt

Im Oktober 1918 erfolgte der politische, militärische und wirtschaftliche Zusammenbruch der Donaumonarchie. Die einzelnen Völker des Habsburgerstaats bildeten selbständige Staaten: Die Tschechoslowakei, Ungarn und Jugoslawien entstanden, andere Völker schlossen sich an bestehende Staaten an.

Die Republik wird ausgerufen

Während das Habsburgerreich aus auseinanderbrach, stellte sich für die deutschsprachigen Österreicher die Frage, in welcher staatlichen und politischen Ordnung sie zukünftig leben sollten.
Damals notierte Minister Josef Redlich in sein Tagebuch:

Adler verlangt die Republik, die Christlichsozialen die Monarchie, die Deutschnationalen den Anschluß an das Deutsche Reich.

Unter dem Druck der Ereignisse musste Kaiser Karl I. auf die Regierung verzichten:

Seit Meiner Thronbesteigung war Ich unablässig bemüht, Meine Völker aus den Schrecknissen des Krieges herauszuführen…
Im voraus erkenne Ich die Entscheidung an, die Deutschösterreich über seine künftige Staatsform trifft. Das Volk hat durch seine Vertreter die Regierung übernommen. Ich verzichte auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften... Nur der innere Friede kann die Wunden dieses Krieges heilen. (Gekürzt.)

Am 12. November 1918 beschlossen im Parlament die deutschsprachigen Abgeordneten die Gründung der Republik. Auf der Ringstraße hatten sich inzwischen Zehntausende Menschen versammelt. Der Präsident der Provisorischen Nationalversammlung Franz Dinghofer gab von der Rampe des Parlaments aus die Gründung der Republik bekannt.
Staatskanzler Renner verkündete die neue Verfassung:

Deutschösterreich ist eine demokratische Republik.
Alle Öffentlichen Gewalten werden vom Volker eingesetzt.
Deutschösterreich ist ist ein Bestandteil der Deutschen Republik. (Gekürzt.)

Drückende Not lastet auf Österreich

Nach dem unheilvollen Krieg gab es fast keine Labensmittel, keine Kleider und keine Kohle. Besonders in den Städten lebten die Menschen in bitterster Not und in hoffnungslosem Elend. Das wenige Brot wurde aus Maismehl gebacken, und jede Person erhielt nur 2 dag Fett in der Woche. Aber selbst um diese geringen. Mengen mussten sich die Menschen stundenlang vor den Lebensmittelgeschäften anstellen.

Die Einstellung des Stadtbahnverkehrs. Ab Sonntag wird… wegen Kohlenmangels der Verkehr auf der Wiener Stadtbahn gänzlich eingestellt… (Gekürzt.)

Quelle: Zeiten Völker Kulturen 3
ÖBV Pädagogischer Verlag, Wien

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