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Eine Weihnachtliche hochzeit – Königin Luise

königin Luise

In Berlin findet die hochzeit des preußischen Thronfolgers, des späteren Königs Friedrich Wilhelm III., mit Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz, geboren am 10.03.1776, statt. Nach der Trauung feiert man das Paar nach guter preußischer Tradition mit einem Fackeltanz im Stadtschloss. Es ist wie im Märchen: Die Brautleute sind offensichtlich ineinander verliebt und die blonde, blauäugige Luise ist zur Freude der Berliner bildhübsch. Schon auf ihrer Hochzeit fällt sie auch dadurch auf, dass sie von dem steifen Hofzeremoniell wenig hält. Als ein kleines bürgerliches Mädchen ihr zu Ehren ein Gedicht aufsagt, umarmt Luise das Kind – die Oberhofmeisterin ist entsetzt, denn diese Geste verstößt gänzlich gegen die Etikette.

Ihre Natürlichkeit und ihre Herzlichkeit machen Luise beim Volk ungewöhnlich beliebt. Sie führt mit ihrem Mann im Kronprinzenpalais Unter den Linden ein für königliche Verhältnisse recht schlichtes und herzliches Familienleben. Friedrich Wilhelm und Luise duzen sich sogar, was zu dieser Zeit eigentlich nicht üblich ist. Besonders Friedrich Wilhelm ist für seine sparsame, einfache Lebensweise bekannt, was in Preußen sehr geschätzt wird. Auch nachdem er 1797 als Friedrich Wilhelm III. zum König gekrönt wird, versucht er weiterhin, so einfach wie möglicht zu leben. Gerne geht er mit Luise im Tiergarten spazieren, wo ihn die Bürger mit „Guten Tag, Herr König“ grüßen. Luise hingegen hat durchaus auch Sinn für ein bisschen Luxus und Vergnügen. Besonderes liebt sie es, Walzer zu tanzen, was zu dieser Zeit noch als „gewagt“ gilt, weil die Tänzer einander dabei so nahe kommen. Beliebt ist Luise, die selbst gerne liest und besonders Schillers Werke bewundert, auch bei den Dichtern ihrer Zeit. Novalis Jean Paul und Heinrich von Kleist drücken ihre Verehrung für die Schönheit und Güte der Königin in Gedichten aus. Für Novalis ist sie die „Herrlichste“, „die Rose des Bergs“ und ein Symbol für den „Ewigen Frieden“. Auch ihre Mütterlichkeit wird immer wieder gerühmt. Luises Kinder wachsen im Gegensatz zu vielen anderen königlichen Sprösslingen nah bei der Mutter auf. Nach außen hin hält sich Luise politisch eher zurück, auch wenn Friedlich Wilhelm seine Probleme mit seiner klugen Frau bespricht, die seine engste Vertraute ist. Auf diese Weise gewinnt sie einen nicht unbedeutenden Einfluss auf seine Entscheidungen. Einmal greift Luise jedoch auch selbst in die politischen Geschehnisse ein. Preußen führt seit Jahren immer wieder Krieg gegen Napoleon, bis es 1806 bei Jena und Auerstedt eine vernichtende Niederlage erleidet. Die preußische Armee ist danach in einem schlimmen Zustand und das Königspaar muss nach Ostpreußen fliehen. Als der Frieden von Tilsit geschlossen wird, unternimmt Luise den mutigen Versuch, in einem persönlichen Gespräch mit Napoleon die Friedensbedingungen für Preußen zu milden. Napoleon ist von ihrer Persönlichkeit beeindruckt, aber Preußen verliert dennoch zahlreiche Gebiete und steht unter napoleonischer Herrschaft. Erfolgreicher setzt sich Luise für den entlassenen Minister Karl August Freiherr von Hardenberg ein, der schließlich Staatskanzler wird. Hardenberg hat viele Gegner, weil er unter anderem die Befreiung der Bauern aus der Erbuntertänigkeit und die rechtliche Gleichstellung jüdischer Bürger anstrebt. Luise hat wie erkannt, dass Preußen moderner werden muss.

1810 stirb die Königin 34-jährig an einer Lungenerkrankung. Zwei ihrer Söhne kommen später zu hohen Würden: König Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I., König von Preußen und deutsche Kaiser. Luise selbst wird bis ins frühe 20. Jahrhundert glühend verehrt. Leider wird ihre Popularität manchmal auch für politische Zwecke missbraucht. Aber vor allem sind unzählige Schulen nach ihr benannt worden und auch als Filmheldin – in den Dreißigerjahren dargestellt von Henny Porten und in den Fünfzigenjahren von Ruth Leuwerik – lebt ihr Andenken noch einmal auf.

Quelle: Zu Gast bei Königinnen und Prinzessinnen
Köln, Deutschland

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